Let it flow…Flaniermeile Frankfurter Buchmesse

Eigentlich erinnert mich vieles auf der Frankfurter Buchmesse an den ansässigen Flughafen: Unglaublich weitläufig, viel Potential, sich zu verirren und Menschenmengen überall…Und doch übt die Melange aus Bookaholics, Bücherwelten und Buchschaffenden stets aufs Neue ihren unwiderstehlichen Reiz auf mich aus. Dieses Jahr ließ es sich endlich wieder einrichten: Bewaffnet mit Flyern, Visitenkarten und einem ausreichend großen Stoffbeutel mischte ich mich ins Getümmel.

Frankfurter Buchmesse Halle 3

Auf dem Plan: Eine Reihe beruflich interessanter Verlage ansteuern, bei denen ich unbedingt einmal anklopfen wollte, 2-3 alte Bekanntschaften pflegen und ein paar fancy Impressionen für die Social Media-Kanäle unserer Buchhandlung einfangen. Darüber hinaus hatte ich mir dieses Jahr mal nichts vorgenommen. Und was soll ich sagen: Das waren – von den obligatorischen schmerzenden Füßen einmal abgesehen – die bei weitem stressbefreitesten und trotzdem lohnendsten zwei Tage Messe, die ich als Besucher je erleben durfte. Mit Eindrücken, die lange bleiben werden, und jeder Menge vielversprechender Begegnungen.


Was bin ich das letzte Mal durch die Hallen gehetzt, hatte mir Veranstaltungen rausgesucht, die ich unbedingt besuchen wollte, viel zu viele Termine vereinbart, für die ich von einem Ende der Messe zum anderen rennen musste. Bei den großen Lesungen traf ich entweder eine Stunde im Voraus ein oder musste mich im hinteren Drittel halb tottreten lassen, ohne viel von der Show mitzubekommen. Die großartigen Stände zogen an mir vorbei, ohne dass ich sie richtig wahrnehmen konnte, denn ich war ja immer irgendwie bereits wieder auf dem Weg irgendwohin. Gleichzeitig wohnte da dieser Anspruch im Kopf, jede Halle zu besuchen und möglichst jeden Stand einmal gesehen zu haben.

Wie froh ich bin, es dieses Jahr anders angegangen zu sein…


Klasse statt Masse, spontan statt Plan. Man sieht (und hört) so viel mehr, wenn man sich zwischendurch entspannt durch die Gänge treiben lässt, großartige Präsentationen mal ausgiebiger betrachtet, Verlage entdeckt, die man noch gar nicht kannte, sich Zeit nimmt für die Gesichter hinter den Kulissen, fürs Stöbern, für spontane Gespräche, fürs Zuhören. Ein überraschender Optimismus war da vielerorts spürbar in der eigentlich gebeutelten und immer wieder totgesagten Branche. Eine der positivsten Erfahrungen dieser Messe.

Selbst die Promidichte fiel beim aufmerksamen Flanieren höher aus als beim mühsamen Lesungshopping: Kurt Beck spazierte an mir vorbei, Saša Stanišić, der aktuelle Buchpreisträger, schaute sich ebenfalls um, Sascha Lobo und Sebastian Fitzek stellten ihre Bücher vor. Mehr durch Zufall machte ich schließlich am späten Nachmittag ein Päuschen auf einer Bank hinter den Kulissen des Blauen Sofas, wo die Protagonisten des Literarischen Quartetts, Thea Dorn, Volker Weidermann und Christine Westermann, beständig ab- und auftauchten. Manchmal ist man eben zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Den norwegischen Gastpavillon habe ich niemals zu Gesicht bekommen. Machte nix – es gab genügend anderes: Moderne Bücher, antike Bücher, internationale Bücher, verrückte Bücher, Non-Bücher (sic!), Büchermöbel, Buchnerd-Fanservice…


Bücher und Büchermenschen – das bleibt Herz und Seele dieser Messe. Frankfurt, es war großartig! Ich freue mich schon auf das nächste Mal!

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