Warum das Lektorat immer eine gute Idee ist

Meistens berichte ich im Textatelier über positive Erfahrungen mit Literatur. Neulich allerdings hat mich ein Roman aus meinem Lesestapel wirklich zur Verzweiflung getrieben. Gar nicht mal so sehr aus stilistischen Gründen, sondern auf inhaltlicher Ebene. Ein guter Moment, um über den Wert und Nutzen eines aufmerksamen Lektorats zu sprechen.

Was genau umfasst das Lektorat eigentlich?

Lektorat ist viel mehr als nur das Ausmerzen von Schreibfehlern. Das Lektorat verbessert, wo nötig, den Stil. Hier kümmert man sich darüber hinaus auch um die Inhalte: Klingt alles logisch und nachvollziehbar? Ist der Text, so wie er ist, gut aufgebaut? Passt alles von Anfang bis Ende zusammen und ergibt ein stimmiges Bild? Sind die Fakten korrekt und die Handlung plausibel?

Quelle: Pixabay.com/mohamed hassan

Nicht immer fällt dem Verfasser auf, dass ein Charakter vor wenigen Seiten noch einen Rock und keine Hose getragen hat. Oder, dass er in einem Moment mit voller Wucht gegen das Schienbein getreten wird und wenig später einen verstauchten Knöchel zu beklagen hat…

Von kleinen Ungereimtheiten und großen Logiklöchern

Im Lektorat braucht es also mehr als nur ein Auge für Rechtschreibfehler. Man benötigt gewissermaßen einen sechsten Sinn für Unstimmigkeiten. Wenn dann bereits am Folgetag mit einer „zermalmten“ und durchlöcherten Schulter schwere Kisten geschleppt werden, sollte das angemerkt und korrigiert werden. Wenn nach wenigen Tagen eine Blitzschwangerschaft im Raum steht oder der Person, die man für tot gehalten hat, erst „Ein [sic!] Tag später“ die unmittelbar auf der Zunge liegenden Fragen gestellt werden, dann sollte ein guter Lektor hellhörig werden.

Der Lesererwartung gerecht werden

Ein Buch, das sich nicht für ein Genre entscheiden kann, ist anstrengend zu lesen und bringt Verwirrung mit sich. Das Gleiche gilt, wenn Handlungsfäden nur halbherzig zum Ende gebracht werden oder die Charaktere widersprüchlich agieren. Vieles kann da natürlich mit künstlerischer Freiheit erklärt werden, man riskiert aber auch jede Menge Verärgerung beim ratlosen Leser.

Wenn dann noch Titel, Cover und der Klappentext bestimmte Erwartungen wecken und der vermeintlich romantische Liebesroman plötzlich noch zwischen harter Action, Esoterik, Drogen, Mord, Psychopathen, Terror und zerstörten Existenzen irrlichtert, dann ist das zumindest irritierend.

Lektoren als Allrounder

Innerhalb der Verlage sind Lektoren daher heutzutage oft für den gesamten Prozess rund ums Buch mit verantwortlich. Von der Programmplanung, dem Begleiten des Autors während der Schreibphase bis hin zu Dingen wie Klappentext und Covergestaltung sorgen sie mit für ein stimmiges und begeisterndes Leseerlebnis und ein Buch, das gezielt sein Publikum findet.

Quelle: Pixabay.com/mohamed hassan

Es lohnt sich also, einen Lektoren zu Rate zu ziehen, der den Überblick nicht verliert. Er oder sie begleiten das Buchprojekt von Anfang bis Ende mit ihrer Expertise und betrachten es dabei auch durch die Brille des zukünftigen Lesers.

Denn: 4 Augen sehen mehr…

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