Webinar »Amazon SEO & Advertising« (15.09.2020)

Buchhändler und Amazon – das ist so etwas wie eine Erbfeindschaft, die man bereits mit dem ersten Tag der Ausbildung aufgesogen und verinnerlicht hat. Bei aller berechtigter Kritik führt für die Verlage an diesem Giganten allerdings schlicht kaum noch ein Weg vorbei, wenn es um den Absatz von Titeln und deren Auffindbarkeit im Web geht. Ins Webinar zum Thema »Amazon SEO« startete die Referentin Mareike Schubert von der Agentur »medialike« folgerichtig mit einigen überzeugenden Argumenten, warum dieses Thema so große Relevanz besitzt.

Viele Wege führen nach Amazonien …

Gerade bei Produkten stellt man fest, dass die Kunden immer häufiger statt mit der klassischen Google-Suche – auf die auch die klassischen SEO-Maßnahmen abzielen – ihre Recherche direkt auf der Seite von Amazon starten. Das Portal wird also zunehmend zur Informationsquelle, denn es hält eine nahezu vollständige Palette an unterschiedlichsten Produkten bereit und punktet mit ausführlichen und persönlichen Bewertungen. All das gilt natürlich auch für Bücher – ob neu oder antiquarisch, national oder international – und das entsprechende Begleitsortiment. Bequemlichkeit ist eben Trumpf …

Pixabay/Tumisu

Was genau bedeutet »Amazon SEO« eigentlich?

Analog zum klassischen SEO, das sich auf die Verbesserung des Rankings und der Sichtbarkeit in den Suchergebnissen von Google konzentriert, geht es hier darum, die Sichtbarkeit der eigenen Produkte auf der Plattform des Onlinehändlers zu erhöhen. Entscheidend ist hierbei, wie man die Produkte adäquat beschreibt und mit den vom Kunden tatsächlich bei der Suche eingegebenen Schlagworten ausstattet – den sogenannten Keywords. Darüber hinaus bietet Amazon natürlich auch Werbemöglichkeiten wie Sponsored Brands, den eigenen Amazon-Store oder den A+ Content. Einfach und kostengünstig lässt sich die Optimierung aber bei den Metadaten starten.

Amazon SEO – wo lohnt sich das eher nicht?

Im Laufe der Forumsdiskussion kristallisierte sich schnell ein Haken für die Verlage heraus: Belletristik dient dem Kunden nicht als »Problemlösungsprodukt«. Bücher sind eben doch nicht dasselbe wie Toaster … Anders als beispielsweise Ratgeber oder Fachliteratur, die vom Kunden zu ganz bestimmten, eng definierten Themen gesucht wird, sind Romane klassische Stöberprodukte mit großer Konkurrenz. Viele Kunden gehen hier allenfalls mit vagen Suchkriterien ran (»blutiger Thriller«, »Liebesschnulze« …). Um aus der Masse rauszustechen, bedarf es hier weiterer Maßnahmen als »lediglich« einer guten Keywordstrategie. Die Verschlagwortung bleibt aber immer wichtig, um in den entsprechenden Kategorien der Onlineshops und -kataloge überhaupt an passender Stelle gelistet zu werden (z. B. bei Kinderbüchern für bestimmte Alterskategorien).

Pixabay/memyselfaneye

Metadaten – ein Fall für Spezialisten

Mareike Schubert merkte früh an, dass die Arbeit an Metadaten am besten in den Händen von Marketingexperten aufgehoben sei. Anstelle des oft üblichen Prozedere, erst Titel und Vorschautext festzulegen, um sich dann anschließend um die Verschlagwortung zu kümmern, rät sie zum umgekehrten Weg: Die Keywordrecherche sollte an erste Stelle rücken und alles Weitere hierauf aufbauen. Übrigens: Gute Keywords garantieren wiederum auch bei anderen Online-Händlern und in den Warenwirtschaftssystemen der Buchhandlungen gute Auffindbarkeit.

Wichtige Tipps für die Entwicklung von Keywords:

  • Immer vom Kunden her denken: Welche Probleme löst mein Produkt? Welche Wünsche treiben meinen Kunden an? Wie wird er seine Suche formulieren?
  • Keyword-Spamming mit Begriffen, die NICHT zu meinem Produkt passen, ist absolut überflüssig und sogar schädlich. Das Produkt soll ja nicht nur oft aufgerufen werden, sondern vor allem überzeugen und gekauft werden.
  • Daher sollte man inhaltlich treffende und präzise Keywords bevorzugen.
  • Es dürfen am Ende ruhig 20 bis 30 Keywords sein.
  • Die relevantesten Keywords sollten überall eingebracht werden: Titel, Untertitel, Produktbeschreibung und Schlagworte.
  • Amazon erlaubt sehr lange Titelzeilen. Das darf man ausnutzen, indem man bereits im Titel eine Art knappe Produktbeschreibung unterbringt, die dem Kunden alle relevanten Informationen bietet.

Fazit: Hier wurde ein aufschlussreicher erster Einstieg ins Thema »Amazon SEO & Advertising«, mit all seinen Möglichkeiten und Grenzen, geboten. Vielen Dank an Referentin Mareike Schubert, Moderator Kai-Uwe Vogt und den Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels!

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